Thorsten Klees ist CDU-Stadtverordneter und schreibt hier über seine subjektiven Eindrücke von der Sitzung der Neu-Isenburger Stadtverordnetenversammlung
Am vergangenen Mittwoch versammelten sich die Stadtverordneten von Neu-Isenburg ein letztes Mal vor der Kommunalwahl im Rathaus. Es war ein Abend des Rückblicks, der Diskussionen und auch des Abschieds.
Die Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner nutzte die Gelegenheit, um eine beeindruckende Bilanz zu ziehen: In den letzten 5 Jahren haben die Parlamentarier 664 Drucksachen bearbeitet. Zählt man noch die Drucksachen dazu, die nur in den Ausschüssen beraten wurden, kommt man sogar auf die stolze Anzahl von 1.032 Drucksachen. Handelte es sich früher um mehrere Tonnen von Papier, die abgearbeitet werden mussten, waren es nun mehrere Gigabyte Datenvolumen, da die meisten Stadtverordneten inzwischen digital arbeiten.
Im Mittelpunkt der letzten Stadtverordnetenversammlung stand ein Thema, das die Kommunalpolitiker auch in der kommenden Legislaturperiode beschäftigen wird: Der Umbau der Hugenottenhalle.
Am Mittwoch ging es um die Frage, in welchem Übergangsbau während der Schließungszeit kulturelle Veranstaltungen stattfinden können. Laut den derzeitigen Planungen soll die Hugenottenhalle im März 2027 geschlossen werden.
Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Joachim Großpersky bedauerte, dass keine entscheidungsreife Beschluss-Vorlage zur Abstimmung vorgelegt wurde, sondern nur eine Kenntnisnahme der „vertieften Prüfung“ von zwei Varianten.
Zur Auswahl stehen eine temporäre Leichtbauhalle (möglicherweise im Sportpark zu errichten) oder der Umbau einer Gewerbeimmobilie zu einer Versammlungsstätte.
Eine ursprünglich angedachte Alternative, nämlich der Kauf eines mobilen Konzertsaales des Rheingau Musik Festivals, wurde bereits Mitte 2023 verworfen. Insofern stelle sich laut Großersky die berechtigte Frage, warum seitdem nichts mehr passiert sei. Immerhin werde mit einer Genehmigungsphase für die Interimslösung von mindestens 9 Monaten gerechnet, so dass es mit der Errichtung bis 2027 knapp werden könne.
Bürgermeister Hagelstein wies die Kritik zurück und zählte auf, welche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Hugenottenhalle während seiner Amtszeit in die Wege geleitet worden seien.
Muss die Hugenottenhalle überhaupt schon im März 2027 geschlossen werden? Diese Frage stellte der baupolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Peter Overmann. Im September 2025 wurde von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, für den Weiterbetrieb der Halle bis zum Schließungszeitpunkt einen Bauantrag unter Auflagen zu stellen. In der Sitzung des Kulturausschusses vor wenigen Tagen habe man erfahren, dass dies nicht erfolgt sei. Overmann: „Wurden wirklich alle möglichen baulichen Maßnahmen zur zumindest temporären Verlängerung des Betriebes geprüft? Das Enddatum erscheint vor dem Hintergrund fehlender Prüfungen und Angaben aus meiner Sicht willkürlich gesetzt“.
Das Resümee von Overmann ist ernüchternd: „Weder der Termin für die Schließung der Halle ist fachlich begründet, noch gibt es eine verlässliche Planung für die Interimslösung. Auch die finanzielle und zeitliche Planung für den Umbau der Hugenottenhalle ist nicht annähernd fertig“.
Für die Stadtverordneten der kommenden Legislaturperiode bleibt also noch viel zu tun.
Doch wer wird der neuen Stadtverordnetenversammlung angehören? Unabhängig vom Wahlergebnis steht jetzt schon fest, dass Günther Marx von den Grünen nicht mehr dabei sein wird. Bei der letzten Kommunalwahl trat er auf dem allerletzten Platz auf der Grünen-Liste an und wurde dank vieler persönlicher Kandidatenstimmen überraschend ins Parlament gewählt. Diesmal geht er auf Nummer sicher und tritt überhaupt nicht mehr an.
Zum Abschied hielt er passend zur fünften Jahreszeit eine gereimte Rede. Sie endete mit dem Vers:
Macht es gut und macht so weiter
Ich bleib euch auch weiter grün
Und besuche froh und heiter
Künftig nur noch die Tribün‘
Nun liegt es an den Neu-Isenburgerinnen und Neu-Isenburgern: Sie entscheiden am 15. März, welche Kandidatinnen und Kandidaten künftig in der Stadtverordnetenversammlung die Geschicke der Stadt lenken dürfen – und wer neben Günther Marx nur auf der Zuschauertribüne sitzen darf.
Informieren Sie sich über die Kandidaten und Programme der einzelnen Parteien.
Mein persönlicher Tipp: Die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU Neu-Isenburg finden Sie auf deren Homepage: www.cdu-neu-isenburg.de/wir-ueber-uns/
Ich möchte gerne über neue Beiträge informiert werden.

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